Enkeltrickbetrüger – Sie können auf Kommando weinen


27. Juli 2011 - 14:34 | von | Kategorie: Polizei | Artikel drucken
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PolizeiLeider zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es Betrügern mit dem so genannten Enkeltrick gelungen, an das Geld einer Seniorin zu gelangen. Erst am vergangenen Freitag (22.07.2011) hatte eine Trickbetrügerin mit dieser Masche eine 80-jährige Frau dazu gebracht, ihren Familienschmuck im Wert von über zehntausend Euro „als Pfand“ für einen angeblichen Wohnungskauf an eine wildfremde Frau auszuhändigen. Die Unbekannte war ihr als beauftragte Abholerin durch die vermeintliche Enkeltochter angekündigt worden war. Ähnlich lief die Masche nun auch am Dienstagnachmittag (26.07.2011) ab. Eine Anruferin hatte sich gegen 14 Uhr bei einer 74-jährigen Frau in Arheilgen gemeldet. Wie in diesen Fällen üblich, konnte die Betrügerin die Angerufene durch geschicktes Ausfragen davon überzeugen, dass sich ihre Enkelin am Telefon befindet. Die „Enkelin“ kam dann auch schnell zur Sache. Die brauche dringend Geld zum Kauf einer Eigentumswohnung, um „Steuern zu sparen“. Tatsächlich ließ sich die 74-Jährige darauf ein und wurde auch nicht misstrauisch, als die „Enkelin“ eine „Bekannte“ zum Abholen des Geldes nach Arheilgen schickte. 34.000,- EUR wurden auf offener Straße und ohne Quittung unweit ihrer Wohnung an die fremde Abholerin übergeben. Erst gegen 19 Uhr, als sich die 74-jährige bei ihrer richtigen Enkelin nachfragte, ob das Geld auch angekommen sei, flog der Betrug auf. Leider zu spät. Deshalb nochmals die dringende Bitte der Polizei: Seien Sie bei allen Anrufern, die Geld von Ihnen möchten, grundsätzlich immer misstrauisch. Beratschlagen Sie erst einmal mit anderen Personen Ihres Vertrauens, zum Beispiel auch mit den Beamten Ihres Polizeireviers, ob der geschilderte Sachverhalt so wirklich stimmen kann. Lassen Sie sich davon auch nicht abhalten, wenn der Anrufer möchte, „dass dies unter uns bleibt“. Es ist Ihr Geld und Ihre Entscheidung! Lassen Sie sich auch nicht von dem Anrufer unter Zeitdruck setzen oder durch eine rührselige Geschichte erweichen. Überlegen Sie auch: Warum kommt Ihr Enkel nicht persönlich zu Ihnen, wenn er so viel Geld von Ihnen möchte? Würde er sich wirklich so penetrant verhalten und sie ständig wieder anrufen? Die Trickbetrüger haben alle diese Szenarien eingeübt. Sie haben für alle geäußerten Bedenken eine passende Erklärung und neue Geschichte auf Lager. Sie können sogar auf Kommando weinen und haben nicht die geringsten Skrupel, einen älteren Menschen um sein Erspartes zu bringen. Nur ein Wort hören Sie nicht gerne: Polizei!

Quelle: Polizeipräsidium Südhessen

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