Richtfest für Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek der Technischen Universität Darmstadt


31. Januar 2011 - 15:07 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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Neue Universitäts- und Landesbibliothek der Technischen Universität Darmstadt„Das Richtfest anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus der Universitäts- und Landesbibliothek der Technischen Universität Darmstadt ist ein Meilenstein der Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Darmstadt.“ Das erklärten Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer während einer Feierstunde am Montag (31.01.11) auf dem Baustellengelände. Schäfer verwies darauf, dass die Baukosten in Höhe von rund 74 Mio. Euro aus dem Hochschulbau-Programm Heureka des Landes Hessen stammen. Mit dem Neubau der ULB halte die Landesregierung ihr Versprechen, die hessischen Hochschulstandorte fit für den nationalen und internationalen Wettbewerb zu machen.

Der Neubau soll auf rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche und 78 Kilometern Regalböden Platz für insgesamt 2,2 Millionen Medien bieten, von denen 680.000 Bände im Freihandbereich aufgestellt werden können. Für die Benutzer entstehen über 500 Lese- und Arbeitsplätze. Der Umzug der ULB aus dem Darmstädter Residenzschloss ist für Mitte 2012 geplant. „Das neue Bibliotheksgebäude wird die Studien- und Arbeitsbedingungen an der TU Darmstadt wesentlich verbessern und kommt vor dem Hintergrund der doppelten Abiturjahrgänge in Hessen genau rechtzeitig“, sagte Eva Kühne-Hörmann. „Mit dieser wichtigen Investition unterstützt die Landesregierung den konsequenten Weg der TU Darmstadt, dauerhaft zu den besten Technischen Universitäten in Deutschland zu gehören“, sagte TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel. „Die neue Universitäts- und Landesbibliothek wird ein attraktiver und zentraler Ort der Kommunikation und Informationsvermittlung auf dem Campus und in der Mitte Darmstadts sein.“

Stadtmitte wird „Campus der kurzen Wege“

Die TU Darmstadt baut die neue Universitäts- und Landesbibliothek nach den Plänen des Nürnberger Büros Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA, dessen Entwurf sich 2005 in einem internationalen Wettbewerbsverfahren gegen rund 60 andere Vorschläge durchgesetzt hatte. Die Jury entschied sich damals einstimmig für den Entwurf, der sowohl funktional als auch städtebaulich überzeugte. Das Gebäude, das von oben betrachtet wie ein klein geschriebenes „b“ aussieht, fügt sich in das Ensemble der sehr unterschiedlichen benachbarten Gebäude ein, zu denen das alte Hauptgebäude der TU ebenso gehört wie die Mensa und das Audimax-Gebäude. Mit dem Neubau wird der Campus Stadtmitte zu einem kompakten „Campus der kurzen Wege“ verdichtet, auf dem sich zentrale Hörsäle und Seminarräume, die Mensa, die Verwaltung und nun auch die Bibliothek in unmittelbarer Nähe befinden. Der Neubau schafft außerdem zwei neue Freiräume: In Richtung des alten Hauptgebäudes entsteht ein ruhiger „Lesehof“. Über einen so genannten „Campusplatz“ ist bereits heute die Mensa zu erreichen.

Im Inneren des Gebäudes dient ein überdachtes Atrium als kommunikativer Mittelpunkt. Über eine zentrale Treppe gelangen die Nutzer in die fünf Obergeschosse, auf denen über umlaufende Galerien die Freihandbereiche mit rund 680.000 Bänden erreichbar sind. Rund um die Galerien sind für einen ersten schnellen Einblick in die Medien so genannte Anlese- oder Sofortarbeitsplätze angeordnet, die eigentlichen Arbeitsplätze sind ruhiger und heller nach außen zur Fassade gelegen. Die Buchmagazine und eine Tiefgarage sind in zwei unterirdischen Geschossen untergebracht. Insgesamt wird sowohl die Magazinkapazität als auch das Angebot an Lesesaalplätzen deutlich erweitert.

Fachbereichsbibliotheken werden zentral zusammengeführt

Die ULB wird in dem neuen Gebäude den Großteil der bisherigen Bibliotheken der TU zusammenfassen. Die Fachbereichsbibliotheken werden aufgelöst und mit den Beständen aus dem Darmstädter Residenzschloss an den neuen Standort überführt. Im Schloss verbleibt dann ein Freihandbereich mit rund 330.000 Bänden für die Fachgebiete der Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. Die Bibliotheken der auf dem Campus Stadtmitte ansässigen Fachbereiche kommen dabei in den ULB-Neubau, die Bibliotheken der Fachbereiche auf der Lichtwiese werden im geplanten Hörsaal- und Medienzentrum auf der Lichtwiese zusammengezogen; in den Fachbereichen verbleiben lediglich Handapparate.

Die Darmstädter ULB dient in erster Linie der Forschung und der Lehre an der TU Darmstadt. Sie versteht sich dabei als universitäres Dienstleistungszentrum der Informationsversorgung und zugleich als Lern- und Arbeitsort. Außerdem nimmt die ULB die Funktion einer Landesbibliothek wahr: Sie dient der regionalen Informationsversorgung, sammelt das regionale Schrifttum und erbringt Dienstleistungen für die Wirtschaft und die übrigen Hochschulen und Bibliotheken der Region. Mit ihrer fast 450-jährigen Tradition und ihrer historischen und für die Forschung relevanten Altbestände reicht die Bedeutung der Bibliothek weit über die Region hinaus.

Abschließend dankte Finanzminister Dr. Schäfer allen an der Baumaßnahme Beteiligten. „Ohne Ihr Engagement und die kooperative Zusammenarbeit wäre diese Standortentwicklung nicht möglich“. Sein besonderer Dank war aber an die Leute vom Bau gerichtet: „Mögen die Bauarbeiten weiterhin erfolgreich und unfallfrei verlaufen.“

Quelle & Bild: TU Darmstadt

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