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„Versammelte Kompetenz in Sachen Musik“ – Darmstädter Musikinstitute und ihre Projekte für 2011


28. Januar 2011 - 08:05 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Jazz-Institut„Darmstadt mit seinen drei städtischen Musikinstituten, der Akademie für Tonkunst einschließlich seiner Städtischen Musikschule, dem Internationalen Musikinstitut und dem Jazzinstitut versammelt Kompetenz in Sachen Musik wie kaum eine andere Stadt. Jedes einzelne dieser Institute hat für sich großes Renommee und trägt den Namen Darmstadts in die Welt hinaus“, sagte Oberbürgermeister Walter Hoffmann bei der gemeinsamen Präsentation der drei Institute und ihrer Projekte für das Jahr 2011 im Gewölbekeller des Jazz-Instituts.

Im letzten Jahr haben die drei Institute, die sich schon seit langem inhaltlich austauschen und projektbezogen zusammenarbeiten, mit konkreten gemeinsamen Projekten begonnen. Dazu zählen die Darmstädter Musikgespräche, die die wissenschaftliche Forschungsarbeit, die das ganze Jahr über in den Instituten stattfindet, auch für die Darmstädter Öffentlichkeit erfahrbar macht. Die Musikgespräche werden in diesem Jahr mit insgesamt sechs Veranstaltungen fortgeführt.

Dr. Thomas Schäfer vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD) berichtete über den Fortgang des umfangreichen Archivprojekts, das im Mai letzten Jahres begann und vom Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main gefördert wird. Ziel dieser zunächst auf vier Jahre angelegten Unternehmung ist, das Archiv der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt seit den Anfängen 1946 in allen Bereichen in digitaler Form zu sichern, aufzubereiten und mittelfristig übers Internet recherchierbar zu machen.

Als besonderes Highlight kündigte Schäfer das Festival „cresc…“ für Musik unserer Zeit an, das vom 25. bis 27. November 2011 in Frankfurt in Kooperation mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Ensemble Modern veranstaltet werden soll. Nach dem Vorläufer ROTOR, der im Herbst 2009 auf Initiative des IMD mehrere Institutionen der Rhein-Main-Region zu einem Mini-Festival zusammengeführt hat, wird sich die neue Musik-Biennale im November 2011 mit den Themenschwerpunkten Iannis Xenakis und „Musik und Raum“ beschäftigen. Weitere Kooperationspartner dieses Festivals sind die Frankfurter Musikhochschule, die Internationale Ensemble Modern Akademie sowie hr2-kultur als Medienpartner.

Ausblicke auf das 12. Darmstädter Jazzforum warf Dr. Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt, das vom 29. September bis zum 1. Oktober die Vermittlung des Jazz auf unterschiedlichsten Ebenen in seinen Mittelpunkt stellt. Laut Knauer will es drei Themenfelder abdecken, die für die Vermittlung dieser kreativen Musik von besonderer Bedeutung sind: die pädagogische Vermittlung von Jazz und improvisierter Musik an Allgemeinbildenden Schulen und an Hochschulen, die mediale Vermittlung durch Presse und Rundfunk sowie die Vermittlung zwischen Künstlern und ihrem Publikum. Das Thema Jazz in der Musikerziehung sei dabei besonders interessant, weil der Jazz mit seinem speziellen Moment der Improvisation weit mehr als „nur“ Musikalisches, nämlich zugleich soziale Kompetenzen vermittele. Neben der Jazzkritik soll aber auch die Vermittlung innerhalb der Szene selbst Thema des Symposiums sein: Wie gehen Musiker auf ihr Publikum ein, und warum sind Musiker, die großen Publikumserfolg haben, vielen in der Jazzszene so suspekt? Zur Tagung eingeladen werden Medien- und Kommunikationswissenschaftler, Pädagogen, Journalisten, PR-Experten, aber auch die praktischen Vermittler, also Musiker und Veranstalter. In der Bündelung dieser Themen will das Jazzforum aufzeigen, dass die Vermittlung des Jazz nicht nur ein pädagogisches Problem ist, sondern dass im Zusammenbringen all dieser Bereiche vielleicht Synergiemöglichkeiten zutage kommen, wie die noch stärkere Vermittlung des Jazz hergestellt werden kann. Wie immer werden Workshops und Konzerte die Diskussionen der Tagung begleiten.

Das Jazzinstitut plant im Frühjahr 2011 außerdem den Start des „Wegweisers Jazz 2.0“, einer interaktive Datenbank, die einen kompletten Überblick über die Jazzszene in Deutschland gibt und die im April dieses Jahres online gehen soll. „Darmstadt ist im Jazzbereich schon lange die erste Anlaufstelle in Sachen Jazz. Mit dem „Wegweiser Jazz 2.0“ wird das Jazzinstitut das wichtigste Nachschlagewerk zur Jazzszene in Deutschland auf die Bedürfnisse des Internetzeitalters umstellen“, so Knauer weiter.

Über die bevorstehende Einführung des neuen internationalen Bachelor-Studiengangs „Vokal-Instrumentalpädagogik“ zum Wintersemester 2011/2012 sprach Cord Meijering, Direktor der Akademie für Tonkunst. Erfolg versprechend ließen sich auch die Kooperationen mit der Evangelischen Fachhochschule und der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift an.

Das Projekt „Deutsch Türkisches Musizieren“ stellte Dr. Stefan Hakenberg, Leiter der Städtischen Musikschule an der Akademie für Tonkunst, in den Mittelpunkt. Dabei haben sich das Blockflötenensemble der Städtischen Musikschule mit dem Baglama-Ensemble der Türkischen Musikschule Ozan Müzik Evi in Darmstadt für Konzerte in der Akademie für Tonkunst, im Staatstheater Darmstadt, in Weiterstadt und an anderen Orten im März 2011 zusammengetan. Im April 2011 reisen die Musiker des „Deutsch Türkischen Musizierens“ – unterstützt vom türkischen Konsulat in Frankfurt – zu einer Konzertreise nach Istanbul. Die besondere Bedeutung des „Deutsch Türkischen Musizierens“ liege darin, dass die Musiker sich gegenseitig in die Interpretation des für sie jeweils spezifischen Repertoires direkt mit einbeziehen, also wirklich Note für Note die Qualitäten und Möglichkeiten einer musikalischen Integration ausloten, erklärte Hakenberg: „Blockflöten spielen in türkischen Liedern mit, Baglamas in Renaissance-Polyphonie. Dabei lernen die Blockflötenspieler zum Beispiel die vielen Tonhöhen der türkischen Musik hervorzubringen, die ihren Ohren am Anfang fremd sind, weil es sie in der westeuropäischen Musik nicht gibt, und für die es auf ihren Instrumenten auch gar keine Grifflöcher gibt. Die Baglama-Spieler lernen dagegen, ihr Spielen als Stimme in einem mehrstimmigen Satz zu verstehen, was angesichts ihres ansonsten einstimmigen Repertoires eine große Herausforderung ist“, so Hakenberg. Das „Deutsch Türkische Musizieren“ sei ein auf langjährige Entwicklung angelegtes Projekt zur musikalischen Aufarbeitung der Migrationsrealität in unserer Gesellschaft.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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