Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt beschließt den Schulentwicklungsplan für die Jahre 2011 bis 2016


12. November 2010 - 09:17 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch (10.11.10) den Schulentwicklungsplan für die allgemein bildenden Schulen für die Jahre 2011 bis 2016. Diesem Beschluss ging ein umfassendes Beteiligungsverfahren voraus: Stellungnahmen von beteiligten Institutionen, Schulen und Schulträgern wurden abgegeben, die soweit als möglich in die jetzt vorliegende Fassung des Schulentwicklungsplans eingeflossen sind. Ergänzend wurden Anregungen der Schulkommission, die den Schulentwicklungsplan in ihrer Sitzung am 25. Oktober beraten hat, weitgehend übernommen.

Der Schulausschuss diskutiert das Thema am kommenden Dienstag (16.11.10), die Stadtverordnetenversammlung soll darüber am 9. Dezember beschließen, und danach kann der Schulentwicklungsplan dem Hessischen Kultusministerium zur Genehmigung vorgelegt werden.

Seit der Erstellung des letzten Schulentwicklungsplans im Jahr 2006 hat sich der Schul- und Bildungsbereich in Darmstadt stetig weiterentwickelt. Zu nennen sind hier etwa die Einführung der verkürzten Gymnasialzeit oder auch der Ausbau der Ganztagsangebote an allen weiterführenden Darmstädter Schulen und seit dem Schuljahr 2010/2011 auch an einigen Grundschulen. Bei der Schulwahl im Übergang von der Klasse 4 zur Klasse 5 hat sich der Trend verstetigt, dass immer mehr Darmstädter Eltern für ihre Kinder einen gymnasialen Bildungsgang wählen. Zurzeit sind das über 60 Prozent eines Schülerjahrgangs. Nicht nur diese exemplarisch aufgeführten Entwicklungen sind in den Entwurf des Schulentwicklungsplans aufgenommen worden, auch die Folgen zukünftiger Entwicklungen wurden mitbedacht. So ist etwa berücksichtigt worden, dass die Prognosen von steigenden Bevölkerungszahlen in Darmstadt bis über das Jahr 2020 hinaus ausgehen und auch zukünftig mit einem Zuwachs bei Grundschülern und Kindern, die ein Gymnasium besuchen werden, zu rechnen ist.

„Vielfalt und Qualität sind Kennzeichen der Darmstädter Schullandschaft. Es war mir deshalb ein zentrales Anliegen, dass im Schulentwicklungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein wohnortnahes, vielfältiges und ausgewogenes Bildungsangebot ausgewiesen wird“, so der Darmstädter Schuldezernent Stadtrat Dr. Dierk Molter.
So ist zum einen die schrittweise Erhöhung der Zügigkeit der Gymnasien ab dem Schuljahr 2011/2012 vorgesehen. Die Einrichtung weiterer gymnasialer Züge soll im ersten Schritt auf der Schulinsel umgesetzt werden, in den nächsten Jahren sollen die Georg-Büchner-Schule und das Ludwig-Georgs-Gymnasium folgen.
Zum anderen ist es erklärtes Ziel, die Wahlmöglichkeit zwischen G 8- und G 9-Bildungsgängen zu gewährleisten. Den Gesamtschulen kommt hier eine besondere Bedeutung als zweites Standbein neben den Gymnasien zu. Die Stadtteilschule Arheilgen (G9) soll deshalb weiterhin Kooperative Gesamtschule bleiben, die Gutenbergschule soll in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt werden.

Perspektivisch soll im Süden Darmstadts zusätzlich eine gymnasiale Oberstufe angeboten werden.

Bei den Grundschulen sieht der Schulentwicklungsplan für die Frankensteinschule ab dem Schuljahr 2011/2012 die dauerhafte Erhöhung von zwei auf drei Züge vor, um den dort steigenden Schülerzahlen zu entsprechen.
Für die Goetheschule beantragt die Stadt Darmstadt als Schulträger die Umwandlung einer Eingangsstufenklasse in eine Regelgrundschulklasse zum Schuljahr 2012/2013, um allen Familien dieses Schulbezirks ein wohnortnahes Regel-Grundschulangebot machen zu können.
Das Modell des flexiblen Schulanfangs, das in Darmstadt seit dem Schuljahr 2007/2008 erfolgreich an der Erich-Kästner-Schule (Grundschule) im Stadtteil Kranichstein angeboten wird, soll auf andere Grundschulen übertragen werden, sofern die Schulen dies wünschen. Ziel ist es, den flexiblen Schulanfang möglichst in allen Stadtteilen anzubieten.
Besondere Beachtung schenkt der Schulentwicklungsplan der Inklusion, dem gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen. Die konzeptionelle Arbeit zum Thema Inklusion wurde im Staatlichen Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt mit der Einrichtung eines Inklusionsbeirates und ersten Arbeitssitzungen sowie der Strukturierung erster inklusiver Schritte begonnen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, vertreten durch das Schulamt und die Jugendhilfe, ist an diesem Prozess beteiligt. Ziel und Ergebnis dieses Planungsauftrages ist die Erarbeitung einer Konzeption zur Umsetzung der Inklusion in Darmstadt.

Ein erster Schritt hin zur inklusiven Schule ist die Entscheidung, die Mühltalschule/Förderschule für Lernhilfe als eigenständigen Schulstandort perspektivisch aufzulösen. Gründe sind die rückläufige Entwicklung der Schülerzahlen und der hohe Sanierungsbedarf für das Schulgebäude der Mühltalschule, das durch einen Neubau ersetzt werden müsste. Die Stadt als Schulträger plant die Verlagerung der Grundstufe der Mühltalschule an die benachbarte Ludwig-Schwamb-Schule, um so den ersten inklusiven Schulstandortes im Grundschulbereich zu schaffen. Für die Mittel- und Hauptstufe der Mühltalschule ist schrittweise ein Auslaufen vorgesehen.

Neue Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Mittel- und Hauptstufe aus dem Stadtteil Eberstadt sollen künftig zwischen dem Angebot einer Förderschule (Ernst-Elias-Niebergall-Schule) und dem inklusiven Unterricht an der Gutenbergschule wählen können. Die Kooperationen der Gutenbergschule mit den Trägern der Jugendhilfe und sozialen Dienstleistungen in der Grenzallee sollen ausgebaut werden.

Quelle: Stadt Darmstadt – Pressestelle – Pressedienst

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