HSE ist der Nachhaltigkeitskonzern: In 2009 Kapazitäten der regenerativen Erzeugung deutlich ausgebaut


30. Juni 2010 - 14:33 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
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HEAG Südhessische Energie AG (HSE)In dem durch die Wirtschaftskrise geprägten Jahr 2009 hat sich der HSE-Konzern gut behauptet. Er investierte rund 194 Millionen Euro größtenteils in den Bau regenerativer Erzeugungsanlagen. Insgesamt hat die HSE zurzeit regenerative Anlagen mit einer Kapazität von 175 MW in Betrieb oder im Bau. Der Konzern hat seine Geschäftstätigkeit ganz auf eine nachhaltige Energieversorgung ausgerichtet, ein konzernweites Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut und wird noch in 2010 den ersten Nachhaltigkeitsbericht nach internationalem Standard vorlegen. Nach innen und außen zeigt sich diese Positionierung in einem neuen Markenauftritt, der am Mittwoch (30. Juni 2010) bei der Bilanzpressekonferenz vorgestellt wurde.
„Die HSE hat den Wandel vom reinen Weiterverteiler hin zu einem Nachhaltigkeitskonzern unter wettbewerblichen Rahmenbedingungen vollzogen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Albert Filbert. „In 2009 konnten wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaften. Unsere Zukunftsinvestitionen werden aber in den kommenden Jahren auch mit entsprechenden Belastungen verbunden sein.“

Geschäftsverlauf
Im Jahr 2009 wurde von rund 2400 Mitarbeitern ein Konzernum-satz von rund 1,4 Mrd. Euro erzielt (Vorjahr: 1,2 Mrd. Euro). In einem durch die Krise geprägten Umfeld setzte der Konzern 7,5 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom ab. Im Vorjahr waren es 7,7 Mrd. kWh. Im Jahr 2009 belief sich die abgesetzte Erdgasmenge auf 9 Mrd. kWh gegenüber 10,3 Mrd. kWh im Vorjahr, der Wasserabsatz betrug rund 13 Mio. m³ (Vorjahr: 13,4 Mio. m³). Bei einem Eigen-kapital von 287 Mio. Euro wurde ein Bilanzgewinn der HSE AG in Höhe von 34 Mio. Euro (Vorjahr: 41,5 Mio. Euro). erwirtschaftet. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, 33,4 Millionen Euro auszuschütten.

ENTEGA führender Ökostromanbieter
Die Vertriebsgesellschaft ENTEGA hat sich als führender Öko-stromanbieter in Deutschland etabliert. Im Jahr 2009 hat sie im Privatkundenbereich mit einem Plus von über 30.000 Ökostrom-kunden deutlich zugelegt. Insgesamt verkaufte ENTEGA im vergangenen Jahr über 1,6 Mrd. kWh Ökostrom. Mit innovativen Angeboten erschließt sie sich bundesweit neue Marktanteile. Seit Mitte 2009 bietet die Vertriebsgesellschaft als eines der ersten Unternehmen CO2-freies Erdgas an, das durch natürliche Kompensation der Schwestergesellschaft Forest Carbon Group klima-neutral gestellt wird.
„Unser Ziel war führender Ökostromanbieter in Deutschland zu werden – heute sind wir es! Wichtiger als der rein quantitative Erfolg ist uns jedoch der qualitative Vorsprung. Von der Erzeugung bis zum Endkundenprodukt haben wir ein überzeugendes Ge-samtkonzept entwickelt und haben uns auf den Weg begeben, erster CO2-neutraler Energieversorger zu werden“, erläutert Holger Mayer, Kaufmännischer Vorstand der HSE. Dies zeigt sich auch bei der zweite Vertriebsgesellschaft im HSE-Konzern. E-ben versorgt sei Anfang 2009 alle Kunden ausschließlich mit Ökostrom.

Natürliche CO2-Kompensation
Das Ziel einer CO2-neutralen Energieversorgung verfolgt die HSE auf drei Ebenen: Zum einen baut sie die regenerativen Energien aus und vermeidet so Treibhausgase. Durch energieeffiziente Technologien in Erzeugung und im Verbrauch verringert sie den Ausstoß von CO2. Unvermeidbare Emissionen kompensiert sie, indem sie Waldökosysteme aufforstet. Hierzu beteiligte sie sich im November 2009 mit 50,1 Prozent an der Forest Carbon Group AG. Die Forest Carbon Group bietet Lösungen für klimaneutrale Produkte und Prozesse und unterstützt Firmen dabei, ihre eigenen CO2-Emissionen freiwillig durch Aufforstung oder Waldschutz zu kompensieren.

Umbau der Stromerzeugung
Der Ausbau der Regenerativen erfordert auch einen Umbau der Stromerzeugung von heute dominierenden Grundlastkraftwerken auf Basis von Kohle und Kernkraft hin zu flexiblen Kraftwerken, die die fluktuierende Erzeugung der Regenerativen ausgleichen können. Für diesen Systemumbau investiert die HSE zurzeit 55 Millionen Euro in den Bau einer 100 MW Gasturbinenanlage an ihrem Standort in Darmstadt. Weiterhin hat sie sich mit 75 MW an dem hoch effizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke Irsching 5 beteiligt, das im Frühjahr 2010 in Betrieb ging.

Laufzeitverlängerung ist wettbewerbswidrig und innovations-hemmend
Ein Hindernis auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversor-gung sieht Albert Filbert in der Laufzeitverlängerung für Kernkraft-werke: „Die Atomkraft ist keine Brückentechnologie, sondern eine Innovationsbremse. Sie zementiert das Oligopol in der Erzeugung und im Vertrieb. Sie ist kontraproduktiv für den angestrebten Umbau und Ausbau einer klima- und umweltfreundlichen Energiever-sorgung.“ Die aktuelle Debatte um die Atomkraft sei viel zu kurzsichtig und lenke von den wahren Herausforderungen ab. „Für eine ‚low carbon society‘ brauchen wir neben dem Ausbau der regenerativen Energien Innovationen in den Netzen und bei den Speichertechnologien“, ist sich Albert Filbert sicher. HSE verantwortet das EU-Projekt „web to energy“ zur Entwicklung intelligenter Netze und kooperiert mit Opel im Bereich der klimaneutralen Elektromobilität.

Quelle: HEAG Südhessische Energie AG (HSE)

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