Baseball: Ten Run Rule und Walk Off Niederlagen – die schwache Bilanz in Regensburg


2. Juni 2010 - 05:15 | von | Kategorie: Sport | Artikel drucken
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Darmstadt WhippetsZwei bittere Niederlagen bei der zweiten Legion in Regensburg. Das hatten sich die Darmstadt Whippets sicher anders vorgestellt, als sie Sonntag (30.05.10) um sieben in der Früh den Weg nach Bayern angetreten haben. Dabei hätte durchaus ein Split für die Hessen drin sein können, doch die Tatsache, dass man im zweiten Spiel eine 12-4 Führung nicht über die Zeit retten konnte, zeigt, warum die Whippets zurzeit nur im unteren Mittelfeld der Tabelle rangieren. „Zu viele individuelle Fehler haben uns den Sieg gekostet.“, war sich Trainer Thomas Könecke der Ursache der Niederlage im zweiten Spiel bewusst.

Doch wie Jason Lillebo anmerkte: „Wir hatten im zweiten Spiel deutlich mehr Spaß auf dem Feld.“ Diesen Spaß sollten sich die Whippets erhalten, denn bereits am kommenden Samstag steht das nächste Auswärtsspiel bei den Heideköpfen in Heidenheim an. Die fertigten den Aufsteiger aus Karlsruhe zweimal zu Null ab und belegen nun den dritten Rang der Tabelle. Zum Spaß werden die Darmstädter aber nicht nach Heidenheim reisen – denn sollte man dort zwei Siege einfahren, dann ist man zumindest mit Heidenheim punktgleich und würde wohl auch in der Tabelle wieder besser da stehen.

Zwei Big Innings führen zur Ten Run Rule Niederlage

Coach Könecke gab Jason Lillebo im ersten Spiel die Verantwortung, die Defensive vom Mound aus anzuführen. Ihm gegenüber stand auf Regensburger Seite Jonathan Eisenhuth. Darmstadt zeigte sich bereits zu Beginn gut aufgelegt und mit Leadoff Straßner stand sofort der erste Läufer auf der ersten Base. Doch trotz eines Doubles des am Schlag starken Lillebo konnte daraus kein Kapital gezogen werden. Auch die Legionäre konnten ihre beiden Baserunner nicht über die Homeplate befördern und so waren es die Gäste, die im zweiten Schlagrecht durch Runkel in Führung gingen. Doch die Hausherren antworteten prompt, unter anderem durch einen Three Run Homerun von Zirzlmeier und so ergab sich ein 1-4 Rückstand. „Den Pitch habe ich über der Mitte der Platte gelassen und das wird bestraft.“, war sich Jason Lillebo seines schlechten Wurfes bewusst. Doch die Hessen bissen sich ins Spiel und konnten durch Runs von Straßner, Lillebo und Durst das Ergebnis ausgleichen.

Auch die Regensburger Offensive war weiter präsent und legte postwendend zwei Punkte zur erneuten Führung nach. Die Whippets nahmen den Schlagabtausch an und glichen im vierten Inning erneut zum Spielstand von 6-6 aus. Danach allerdings spielten nur noch die Legionäre. Ein Run in der unteren Hälfte des vierten Spielabschnitts, folgten derer gar sieben im nächsten und da die Gästeoffensive nun verstummte, konnten die Hausherren durch zwei weitere Punkte im sechsten Inning die Partie vorzeitig durch die Ten-Run-Rule zu ihren Gunsten beenden.

„Regensburg hat stark gehauen, aber ihr habt euch da draußen auf dem Feld aufgegeben, so kann man keine Spiele gewinnen.“, merkte Trainer Thomas Könecke in der langen Pause zwischen den Spielen an und appellierte an sein Team, den Spieß im nächsten Spiel umzudrehen.

12-4 Führung und Homerun reichen nicht zum Sieg

Dank des unbeständigen Wetters gingen die Whippets nach fast eineinhalbstündiger Pause nun also mit veränderter Einstellung und Lineup in die zweite Partie des Tages. Für die Hessen stand nun Mills auf dem Werferhügel und Mike Otto, der Aufstiegstrainer aus dem Jahre 2008, war sein DH. Schon im ersten Inning eröffnete Straßner den Punkteregen im zweiten Spiel zur 1-0 Führung für die Gäste. Diese wurde zwar vorerst nicht ausgebaut, da beide Teams im nächsten Spielabschnitt einen Run erzielen konnten, doch das Spiel schienen die Whippets trotz eines kurzfristigen 2-3 Rückstandes nach drei Innings in den Griff zu bekommen. Denn dann platzte der sprichwörtliche Knoten bei der Gästeoffensive förmlich. Sechs Runs schenkte man der Regensburger Defensive ein, was auch durch einen Pitcherwechsel auf deren Seite nicht verhindert werden konnte.

Die Antwort war schwach, aber vorhanden, denn am Ende reicht ja bekanntlich ein Run mehr für einen Sieg und den holten sich die Legionäre genau in der stärksten Phase der Whippets. In diesem Fall ein zugelassener Run durch einen Balk von Mills. Die Hessen trotzdem zu dieser Phase weiter offensiv am Drücker. Nächstes Angriffsrecht, wieder vier Runs. Unter anderem durch eine Two-Run-Bombe von Designated Hitter Mike Otto. Die Verletzung ihres Trainers im fünften Inning schien die Hausherren aus ihrem Tiefschlaf zu reißen. Drei Punkte ihre Antwort im nächsten Angriffrecht. Und der neue Pitcher der Legionäre legte die Offensive der Darmstädter erst mal an die Kette. Mit plötzlichem Elan und den Kontrollproblemen von Mills schafften die Regensburger das scheinbar Unmögliche, den Ausgleich. Die beim Stand von 12-4 scheinbar für die Whippets entschiedene Partie war fast gedreht. Doch es blieb noch ein Inning für die Darmstädter, um nicht mit leeren Händen die Heimreise anzutreten. Trotz zweier schneller Outs steckten die Hessen nicht auf und schafften durch Spies die erneute Führung. Nur noch drei Aus trennten die Whippets vom Sieg und dem Stopp des derzeitigen Negativtrends. Doch wieder brachten sich die Gäste um den Lohn ihrer Arbeit. Flyball von Bernklau ins Leftfield und Fuchs lässt den Ball aus dem Handschuh fallen. Der Winning Run für die Regensburger steht somit am Schlagmal. Doch Third Baseman Lillebo gelingt direkt im Anschluss das wichtige erste Aus. Single von Marshall folgt und somit steht der Winning Run an der ersten Base. C. Zirzlmeier, der etatmäßige First Baseman der Legionäre aus deren 1. Bundesliga-Team, lässt sich nicht zweimal bitten und hämmert den Pitch von Uhl auf den Warning Track im Right Center Field und somit kann der Winning Run punkten. Die Enttäuschung auf Seiten der Whippets ist groß, doch nur durch eigene Fehler verloren die Gäste diese Partie noch.

Bleibt nur zu hoffen, dass es die Darmstädter schaffen, ihre individuellen Fehler bis zum nächsten Samstag abzustellen, denn sie können sicher sein, dass Heidenheim diese ähnlich ausnutzen würde wie es Regensburg getan hat.

Quelle: Baseball-Club Darmstadt Whippets 1992 e.V.

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