Dreifaches Jubel-Jahr fürs Familienzentrum


18. Mai 2010 - 07:34 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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„Ich kämpfe täglich mit deutschen Müttern“ lautete die Überschrift zu einem Artikel im ZEIT-Magazin (Nr. 9 vom 25. 2.2010), in dem der renommierte Pädagoge und Familientherapeut Jesper Juul zu seiner Arbeit befragt wurde. Seine oft auch sperrigen Meinungen – etwa zu Eltern, die zu höflich, oder zu Kindern, die süchtig nach Lob seien – ist viel gefragt. Sie gibt Eltern, die sich durch die Flut von Erziehungsanforderungen überfordert fühlen, eine markante Orientierungshilfe.

Der aus Dänemark stammende Familientherapeut, der heute das „familylab“ in München leitet, beschäftigt sich mit der Frage, wie Erziehung heute überhaupt gelingen kann, wenn es in der Gesellschaft doch kaum noch einen Konsens darüber gibt, was in Erziehungsfragen richtig oder falsch ist.

„In der Arbeit Jesper Juuls spiegelt sich auch ein inhaltlich wichtiger Aspekt der Arbeit unseres Familienzentrums wider“, so Familiendezernent und Bürgermeister Wolfgang Glenz anlässlich einer Pressekonferenz zum Jubiläumsjahr. „Denn das Familienzentrum mit den Zweigen Familienbildung und Erziehungsberatung ist nicht nur eine der traditionellsten, sondern auch der kompetenzstärksten Bildungseinrichtungen für Familien in Darmstadt.“

Aus Anlass des dreifachen Jubiläums in diesem Jahr – fünf Jahre Familienzentrum, sechzig Jahre Erziehungsberatung und achtzig Jahre Familienbildung – hat das Team des Familienzentrums unter Leitung von Annedore Bauer den Pädagogen Jesper Juul nach Darmstadt eingeladen. Er wird am Dienstag (18.5.2010) Mai über das Thema „Was Familien trägt“ ab 19.30 Uhr im Justus-Liebig-Haus sprechen.

„Auch darin sehen wir eine unserer Aufgaben“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Bauer. „Wir möchten aus unserer täglichen Arbeit heraus für Darmstädter Familien Impulse setzen und auf wichtige gesellschaftliche Themen oder neueste wissenschaftliche Erkenntnisse hinweisen.“

Ziele der Arbeit der Teams des Familienzentrums (zu dem die Familienbildung sowie die Erziehungsberatung gehören) ist es, „Familien in ihrer Verantwortung zu unterstützen und dabei den Blick von Eltern auf die vielfältigen und bereichernden Momente ihres Alltags zu lenken, damit diese die Familienzeit auch genießen und als Kraftquellen in stürmischen Zeiten nutzen können“, erläutert Bauer weiter.

Die Teams in der Familienbildung und der Erziehungsberatung sind laut Bauer mit vielen, hochwertigen Zusatzausbildungen ausgestattet, die sie flexibel auf unterschiedliche Anforderungen von Familien reagieren lassen.

Insgesamt, so der Jahresbericht 2009, wurden im Bereich der Erziehungsberatung, der Hilfe und Unterstützung in schwierigen Lebensphasen oder -situationen bietet, 542 Kinder betreut. In der Erstberatung erschienen 1.346 Eltern, Kinder oder sonstige Angehörige. Zwar kommt knapp die Hälfte (41%) der Ratsuchenden aus eigener Initiative, doch ebenso viele werden auch von Schulen, Kindertagesstätten und Gerichten, Jugendamt, Ärzten und Kliniken sowie psychosoziale Beratungsstellen geschickt.

336 dieser Fälle wurden in der Erziehungsberatung im letzten Jahr abgeschlossen; in 55 Prozent reichten fünf Sitzungen hierfür aus, in weiteren 23 Prozent konnten die Fälle nach längstens neun Sitzungen abgeschlossen werden. Lediglich knapp elf Prozent benötigten 20 Sitzungen, um akute Probleme zu lösen. Dabei sind es, entsprechende Trends gibt es auch aus den Vorjahren, mehr Jungs (58,9%) als Mädchen (37,8 %), die in der Beratungsstelle Rat suchen.

Im Bereich der Familienbildung füllen insgesamt neun Fachbereiche Themen wie „Rund um die Geburt“ und „Erstes Lebensjahr“, „Familie und Gesellschaft“, „Väter“ oder „Fortbildungsangebote für Tagespflegepersonen“ mit ganz unterschiedlichen Kursangeboten.

„Der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung ist hierbei besonders Rechnung zu tragen“, so Familiendezernent Wolfgang Glenz, „dazu gehören etwa die neu dazu gekommene zertifizierte Ausbildung für Tagespflegepersonen, auf die das Familienzentrum schnell und flexibel reagieren konnte, aber auch die Ausrichtung der Kurse auf die immer kürzer werdenden Familienphasen junger Mütter.“

Insgesamt hat der Bereich Familienbildung im vergangenen Jahr 901 Kurse und Veranstaltungen mit 6.465 Kursstunden für 12.257 Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer abgehalten. Viele der Kurse wurden auch stadteilorientiert angeboten. Renner waren die Kurse, die sich mit Geburt und den ersten drei Lebensjahren der Kinder befassten – sie machten 61 Prozent der Kursstunden aus. Aber auch die Themen Gesundheit, Entspannung, Bewegung und Ernährung fanden reichlich Zulauf (18 %).

„Wir verstehen uns auch als Einrichtung, in der Eltern einen geschützten Raum finden. In den sie mit ihren Fragen, ihren Versagensängsten und Verunsicherungen kommen können“, sagt Annedore Bauer. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Eltern verstünden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Bestätigung und als Ansporn für die täglich Arbeit.

Die Erziehungsberatung finden Sie in der Jakob-Jung-Straße 2, telefonisch ist sie erreichbar unter der Rufnummer 35060. Eine offene Sprechstunde findet montags von 16 bis 17.30 Uhr statt.

Das Familienzentrum befindet sich in der Frankfurter Straße 71, Telefon 132509. Die Hotline für Schwangere und junge Familien ist jeden Dienstag zwischen 9 und 11 Uhr unter der Rufnummer 133032 zu erreichen.

Quelle: Stadt Darmstadt – Pressestelle – Pressedienst

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