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Stadtkirche: Passion 2010. Dekalog II. Predigten in der Gegenwart


17. Februar 2010 - 07:32 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Stadtkirche DarmstadtMittlerweile ist es Tradition in der Stadtkirche Darmstadt: in der Passionszeit lädt Stadtkirchenpfarrer Martin Schneider Literaten und Unternehmer, Politikerinnen, Schriftsteller, Schauspieler… ein, Themen des christlichen Glaubens neu und von bisher unbekannter Seite zu beleuchten.

In der Passionszeit 2010 werden sich prominente Predigerinnen und Prediger in den Sonntagsgottesdiensten (jeweils um 10.00 Uhr) zum zweiten Mal mit den „Zehn Geboten“ auseinandersetzen. Den Anfang macht am 21.2. Sibylle Lewitscharoff mit dem 2. Gebot „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen“. Die in Berlin lebende Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin, erhielt im vergangenen Jahr für ihren von der Kritik gefeierten Roman „Apostoloff“ den Leipziger Buchpreis. Im Januar 2010 wurde ihr der Berliner Literaturpreis verliehen, mit dem die Heiner-Müller-Gastprofessur an der FU Berlin verbunden ist. Eine Woche später, am 28.2., wird sich der Journalist und Historiker Götz Aly mit dem 9. Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus“ beschäftigen. Der Journalist und Historiker sorgte u.a. mit seinen Veröffentlichungen „Endlösung“ und „Hitlers Volksstaat“ für Furore und heftige Kontroversen. Am 7.3. reflektiert der Direktor des Instituts Mathildenhöhe Ralf Beil das 3. Gebot „Du sollst den Feiertag heiligen“ und am 14.3. geht der Evolutionsbiologe und Sigmund-Freud-Preisträger Josef H. Reichholf der Bedeutung des Gebotes der „Nächstenliebe“ nach. Heinrich Steinfest, einer der profiliertesten deutschsprachigen Krimiautoren, vier Mal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, predigt am 21.3. über das 10. Gebot:“Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, noch alles, was sein ist“. Darauf und auf die Ausführungen der ehemaligen Princeton-Professorin Barbara Hahn, die jetzt Germanistik an der Vanderbilt University in Nashville lehrt, am 28.3. zum 6. Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“, kann man mit Recht gespannt sein.

Musikalisch werden die Gottesdienste gestaltet von Christian Roß, Till Aly und Wolfgang Kleber (Orgel), Susanne Hladek-Bach (Sopran), dem Kammerchor der Darmstädter Kantorei unter der Leitung von Christian Roß und dem Johannes-Brahms-Chor Hannover unter Gudrun Schröfel. (nähere Informationen: www.stadtkirche-darmstadt.de) Weitere Einzelheiten können Sie dem beigefügten Programmflyer entnehmen.

Krzysztof Kieslowski. Dekalog II. Eine Filmreihe im spätgotischen Chor der Stadtkirche

Während der Predigtreihe verwandelt sich die Stadtkirche zum zweiten Mal in ein Kino der besonderen Art. Immer mittwochs, immer um 20.00 Uhr, bei freiem Eintritt, zeigen wir, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, die Dekalogfilme des polnischen Regisseurs Krzystof Kieslowski.

Krzysztof Kieslowskis Filmzyklus Dekalog gilt heute gleichermaßen bei Kritikern wie Publikum als Meisterwerk des polnischen Regisseurs, das seinen Weltruhm begründete. Doch wer hätte das geahnt, als die zehn Fernsehfilme, die in einer tristen Wohnsiedlung am Rande Warschaus spielen, 1988 gedreht wurden? Heute sind die Filme – keiner ist länger als 55 Minuten – Kult, ein Muss für jeden Cineasten. Kieslowski, 1941 in Warschau geboren, begann nach dem Studium an der renommierten Filmhochschule in Łódz seine Laufbahn als Dokumentarfilmer. Mitte der siebziger Jahre wurde er mit dem Spielfilm DER FILMAMATEUR zum Hauptvertreter des sozialkritischen „Kinos der moralischen Unruhe“. Eines der originellsten Werke Kieslowskis ist der 1981 gedrehte Film DER ZUFALL MÖGLICHERWEISE, der jedoch verboten und erst 1987 aufgeführt wurde. Ende der achtziger Jahre erregte DEKALOG nicht zuletzt durch seine Bildsprache und seine ungewöhnliche ethisch-moralische Perspektive im Westen großes Aufsehen. In den zehn Folgen von Dekalog, die jeweils eigenständige Filme sind, aber dennoch in engem Zusammenhang zueinander stehen, wirft Kieslowski Fragen auf, die sich jeder stellt. Es sind, wie es die Schauspielerin Irène Jacob formuliert, keine „beschaulichen“ Filme, sondern „Filme, die Fragen stellen, die suchen, bohren …“, zutiefst menschliche und das heißt beunruhigende Filme. Dekalog ist also keine bloße Illustration der Zehn Gebote; die zehn Folgen, geschrieben in Zusammenarbeit mit dem kongenialen Krzysztof Piesiewicz, zeigen, wie Menschen sich in schicksalhaften Situationen verhalten und welche Folgen ihr Tun und Lassen haben.

Mittwoch 24. Februar 2010, 20.00 Uhr DEKALOG ZWEI Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen
Mittwoch 3. März 2010, 20.00 Uhr DEKALOG DREI Du sollst den Feiertag heilgen
Mittwoch 10. März 2010, 20.00 Uhr DEKALOG NEUN Du sollst nicht begehren deines Haus
Mittwoch 17. März 2010, 20.00 Uhr DEKALOG ZEHN Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, noch alles, was sein ist
Mittwoch 24. März 2010, 20.00 Uhr DEKALOG SECHS Du sollst nicht ehebrechen

Quelle: Stadtkirche Darmstadt

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