Klinikdezernent Dr. Dierk Molter stellt Dr. Rolf Gillitzer als neuen Direktor der Urologischen Klinik am Klinikum Darmstadt vor


12. September 2009 - 08:31 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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Bereits zum 1. Juli dieses Jahres hat Dr. med. Rolf Gillitzer die Leitung der Urologischen Klinik des Klinikums Darmstadt übernommen. Ziel des ausgewiesenen Experten für urologische Chirurgie ist es, das operative Spektrum der Urologischen Klinik weiter auszubauen und um neue Verfahren zu erweitern.

Darmstadts Klinikdezernent, Stadtrat Dr. Dierk Molter stellte den neuen Klinikdirektor am Freitag (11.09.089) vor: „Mit Dr. Gillitzer ist es uns erneut gelungen, einen hochkompetenten Mediziner an das Klinikum Darmstadt zu holen. Bis heute hat er führend an der Weiterentwicklung seines Fachgebietes gearbeitet und wir sind überzeugt, dass er an der Urologischen Klinik am Klinikum Darmstadt neue und innovative Akzente setzen wird.“

An der Klinik und Poliklinik für Urologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo Gillitzer zuletzt als Oberarzt tätig war, etablierte er bereits in 2002 – nach einer Weiterbildung in urologischer laparoskopischer Chirurgie (Teilgebiet der Chirurgie, bei der mit Hilfe eines optischen Instruments Eingriffe innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen werden; sie wird dem Komplex minimal-invasive Chirurgie -MIC- zugeordnet) an der Charité in Berlin – die Sektion Laparoskopie. 2008 war er federführend an der Einführung und Etablierung des DaVinci-Robotersystems beteiligt.

Hauptgrund für Gillitzer, sich in Darmstadt zu bewerben, war der am Klinikum gegebene onkologische Schwerpunkt: „Ich bin davon überzeugt, dass gerade onkologische Patienten unbedingt interdisziplinär behandelt werden müssen. Sie profitieren ganz besonders von der engen Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen – sei es bei der Entscheidung für das beste Therapiekonzept oder bei der gemeinsamen Behandlung wenn der Krebs nicht mehr auf ein Organsystem begrenzt ist.“

Am Klinikum Darmstadt findet Gillitzer hierfür ideale Bedingungen vor: „Die zwei Mal wöchentlich tagende Tumorkonferenz etwa ist der gelebte Beweis des interdisziplinären Anspruchs. Hier kommen die Direktoren und Oberärzte aller onkologisch tätigen Fächer zusammen, um gemeinsam ihre Fälle zu diskutieren und die jeweils beste Therapieoption zu erarbeiten. Davon profitieren letztendlich alle, besonders aber die Patienten.“

Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Radioonkologie und Strahlentherapie (Direktor Prof. Dr. Bernd Kober) ist Gillitzer wichtig: „Patienten, die zu uns kommen, sollen sich sicher sein, dass es hier keine interne Konkurrenz um die Fälle gibt. Wir wählen gemeinsam die in ihrem Fall beste Therapieform aus – das kann dann eben auch bedeuten, dass ein Patient, der eigentlich in die Urologische Klinik gekommen ist, letztendlich in der Strahlentherapie behandelt wird.“

Ein weiteres Argument für Darmstadt war eher persönlicher Natur: „Im Rhein-Main-Gebiet habe ich meine zweite Heimat gefunden“, so der neue Direktor. Gillitzer, 1966 in Kolumbien geboren und in Argentinien aufgewachsen, begann sein Medizin-Studium an der Louisiana State University in den USA. Ab 1987 setzte er es an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz fort. Im Anschluss an seine AiP-Zeit, die er an der Chirurgischen Universitätsklinik der Ruprechts-Karls-Universität in Heidelberg absolvierte, kehrte er nach Mainz zurück. Es folgten Promotion und Facharztausbildung. Während seiner Arbeit als Assistenz- und ab 2002 als Oberarzt bildete er seine klinischen Schwerpunkte aus: die gesamte Tumorchirurgie, die rekonstruktive Chirurgie, die minimal-invasive Chirurgie sowie die Nierentransplantation.

In Mainz ist Gillitzers Name eng verbunden mit dem DaVinci-Roboter-System. Diese computerunterstützte Operationstechnik wird zur minimal-invasiven, laparoskopischen Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms eingesetzt. Das System unterstützt den Operateur, indem es seine Handbewegungen in präzise, zitterfreie Bewegungen der Operationsinstrumente übersetzt und so ein besonders exaktes Arbeiten ermöglicht. Der Vorteil für den Patienten ist neben dem insgesamt weniger belastenden Eingriff eine noch präzisere Schonung der umliegenden Nerven.

Da das Klinikum Darmstadt derzeit noch nicht über ein eigenes DaVinci-System verfügt plant Gillitzer auf diesem Gebiet eine Kooperation mit seinem alten Arbeitgeber: Die Unterzeichung eines Kooperationsvertrages mit der Urologischen Klinik der Universität Mainz steht kurz bevor.

Eine weitere Methode, die Gillitzer in Darmstadt einführen möchte, ist die photodynamische Diagnostik bei Blasenkarzinom. Hierbei wird ein Medikament in die Harnblase gegeben, das in einen photoaktiven Stoff umgewandelt wird und sich in Tumorzellen anreichert. Unter Blaulicht fluoreszieren diese Zellen rot und können – auch in geringen Mengen – wesentlich einfacher identifiziert werden. Weitere Ziele sind beispielsweise der Ausbau der Techniken für offene kontinente Blasenersatzverfahren, die Harnröhren-Rekonstruktion aus körpereigenem Gewebe oder die lasergestützte Chirurgie.

Trotz aller Innovationen in der Urologie und speziell der urologischen Chirurgie prüft Gillitzer kritisch: „Nicht jede Innovation stellt wirklich eine Verbesserung dar oder ist für jeden Patienten geeignet. Ich halte es für wichtig, sich gerade bei neuen Verfahren die Ergebnisse sehr genau anzusehen und zu prüfen, ob das jeweilige Verfahren wirklich verspricht, im konkreten Fall zum besten Ergebnis zu führen.“

Quelle: Stadt Darmstadt – Pressestelle – Pressedienst

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