Staatsministerin Kühne-Hörmann gibt Startsignal zur Sanierung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt


1. Juli 2009 - 07:56 | von | Kategorie: Lokal | Artikel drucken
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Hessisches Landesmuseum DarmstadtMit der symbolischen Übergabe des Gebäudes an das Hessische Baumanagement beginnen die Arbeiten zur Sanierung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. „Das Haus beherbergt vielfältige, teilweise weit über Deutschland hinaus bekannte Sammlungen aus der Kunstgeschichte und der Naturgeschichte. Wir wollen diesen Schätzen wieder einen ihrem Rang angemessenen Rahmen geben“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, die heute dem Hessischen Baumanagement den Schlüssel übergab und das Bauschild enthüllte. Die Baukosten liegen bei 51,5 Millionen Euro; hinzu kommen gut 12,5 Millionen für die Ausstattung. „Das zwischen 1897 und 1906 unter Großherzog Ernst Ludwig nach Plänen des Architekten Alfred Messel errichtete Gebäude gehört zum bedeutenden architektonischen Erbe in Hessen, das für künftige Generationen zu bewahren ist“, hob die Ministerin hervor. Die Sanierung des Messelbaus ist so grundlegend und durchgreifend, dass das Museum während der Bauarbeiten und der Wiedereinrichtung bis 2012 geschlossen werden muss. Allein das Verpacken der Bestände dauerte ein ganzes Jahr, bis dann in einem der größten Museumsumzüge nach Nachkriegszeit fast eine Million Objekte bis Anfang 2009 das Museum verließen.

Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg war das Landesmuseum bis 1955 von Georg Zimmermann weitgehend unverändert wieder errichtet worden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die ursprüngliche Architektur wegen des stets steigenden Platzbedarfs der wachsenden Sammlungen jedoch mehr und mehr durch Ein- und Umbauten verdrängt.

Nun besteht dringender Grundinstandsetzungs- und Erweiterungsbedarf. Die Raumreserven sind erschöpft. Es gibt keine ausreichenden Flächen, wie sie heute als Standard etwa für Wechselausstellungen, Pädagogikraum, Museumsshop, Lager- und Depotflächen und ein Café vorausgesetzt werden. Außerdem ist den gestiegenen Anforderungen an Brandschutz und Arbeitssicherheit sowie an klimatische und konservatorische Bedingungen Rechnung zu tragen.

Neben der Instandsetzung des Messelbaus ist ein Erweiterungsneubau vorgesehen. Der Entwurf des Hamburger Architekturbüros Kleffel Papay Warncke, das den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, sieht an der Stelle des so genannten Kargelbaus einen neuen Erweiterungsbau vor. Dieser hält Abstand zum Messelbau und schließt mit einem eigenen Akzent die Platzsituation des Areals nach Westen. Die Gebäude- und Traufkanten übernehmen die Fluchten des Messelbaus; die Fassade ist klassisch in Sockelzone, Mittelteil und Dachabschluss gegliedert. Gestalterisches Ziel im Innenraum ist es, durch eine ruhige und übersichtliche Grundrissstruktur und Oberflächenbehandlung den Ausstellungsexponaten einen neutralen, der Kunst dienenden Raum zu geben.

Während der Bauphase sind nun keineswegs alle Exponate den Augen der Öffentlichkeit entzogen. Die prominenteren Bestände haben in anderen, größeren und kleineren Museen Deutschlands Aufnahme gefunden: in Berlin, München, Karlsruhe, Stuttgart, Köln, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden, aber auch in Dieburg und Bingen. Darüber hinaus reisen einige speziell zusammengestellte Sonderausstellungen durch die Welt, sind in Norwegen, Frankreich und den Niederlanden, in Luxemburg, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, in den USA und Spanien zu Gast, wo sie für die reichhaltigen Sammlungen Hessens werben. Auch in Darmstadt selbst bleibt das Landesmuseum präsent durch Ausstellungen in Kooperation mit der Schader-Stiftung, durch die Aktivitäten in der Außenstelle an der Kirschenallee und im Informationszentrum am Luisenplatz.

Die bauliche Fertigstellung des Messelbaus ist für Herbst 2011 geplant, die des Erweiterungsneubaus für Frühjahr 2012. Nach der Inneneinrichtung soll der Messelbau Mitte 2012 und der Erweiterungsneubau voraussichtlich Ende 2012 eröffnet werden.

 Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

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