60 Nachwuchsforscher kämpfen beim Landeswettbewerb Jugend forscht um Einzug ins Finale


6. März 2009 - 07:49 | von | Kategorie: Jugend, Wissenschaft | Artikel drucken
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Jugend ForschtWie können Autofahrer nachts Hindernisse früher erkennen? Kann man bei extremer Kälte mit einem Magneten effizient heizen? Dies sind zwei von 33 Projekten, mit denen 60 Nachwuchsforscher beim hessischen Landeswettbewerb Jugend forscht um die ersten Plätze kämpfen. Die 16 Mädchen und 44 Jungen, allesamt Sieger der sechs Regionalwettbewerbe, stellen ihre Forschungsarbeiten am 18. und 19. März beim Chemie- und Pharmaunternehmen Merck in Darmstadt vor. Sie bewerben sich damit für die Teilnahme am Bundeswettbewerb Jugend forscht im Mai 2009 in Osnabrück.
Die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler will sich vom Erfindergeist und der Kreativität der Jugendlichen persönlich ein Bild machen. Während der Preisverleihung am 19. März wird sie zudem den Sonderpreis des Hessischen Kultusministeriums für die schöpferisch beste Arbeit sowie den hessischen Schulpreis für besonderes Engagement an eine Schule überreichen.

Bei dem diesjährigen Landeswettbewerb sind die Fachgebiete Technik und Physik besonders stark vertreten: Die Jugendlichen präsentieren sieben Technik- und sechs Physikprojekte. Hinzu kommen vier Forschungsarbeiten aus dem Bereich Arbeitswelt, von denen die Mehrzahl eher technisch orientiert ist. In Biologie sind sechs Arbeiten nominiert, in Mathematik/Informatik fünf. Darüber hinaus stammen drei Arbeiten aus dem Fach Chemie sowie zwei aus Geo- und Raumwissenschaften.

„Die große Anzahl an sehr guten Arbeiten stimmt hoffnungsfroh für die Weiterentwicklung der Naturwissenschaften in den Schulen“, sagt die Leiterin des Landeswettbewerbs, Dr. Christiane Gräf. „Die wachsenden Teilnehmerzahlen sind ein Indiz für das steigende Interesse der Schülerinnen und Schüler.“ In Hessen hatten sich 347 Jugendliche mit 177 Projekten an den Regionalwettbewerben beteiligt – das sind sieben Prozent mehr Teilnehmer als im Vorjahr.

Dass auch in eiskalter Luft noch Energie steckt, haben Ekaterina Tristan und Markus Peier vom Weird Science Club der Lichtenbergschule in Darmstadt herausgefunden. Sie entwickelten eine völlig neuartige und umweltfreundliche Technologie für Wärmepumpen, die auch zum Heizen eines Wohnhauses genutzt werden kann. Dabei wird je nach Effizienz der Wärmepumpe mehr oder weniger Strom, Gas oder Heizöl verbraucht und Kohlendioxid ausgestoßen. Die jungen Tüftler nutzen dabei das Feld starker Magneten und die ungewöhnlichen Eigenschaften des Metalls Gadolinium. Schon mit einem einfachen, selbst konstruierten Wärmetauscher und einer CD-ROM, die sie mit dünnen Metallplättchen beklebt haben, konnten die beiden kalter Luft die Wärme entziehen. Ihre Entwicklung könnte die Basis für eine hoch effiziente Wärmepumpe der Zukunft sein.

Die Welt mit anderen Augen sehen – dies gelang Simon und Svenja Bechtel vom Lampertheimer Lessing-Gymnasium mit einer einfachen Digitalkamera. Sie entfernten den Infrarotfilter einer Webcam und gingen mit ihrem Eigenbau auf Entdeckungstour. Dabei glückten den Geschwistern eindrucksvolle Aufnahmen von transparenter Cola und lichtstarke Selbstporträts in abgedunkelten Räumen. Auch die Ideen für nützliche Anwendungen ihrer selbst gebauten Infrarotkamera lieferten die Lampertheimer gleich mit: Autofahrer können bei Nacht Hindernisse auf den Straßen früher erkennen oder besorgte Eltern den Schlaf ihrer Babys auch im dunklen Zimmer überwachen.

Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs finden sich nicht nur Schüler, sondern auch einige Auszubildende. So präsentiert ein dreiköpfiges Azubi-Team von Thyssen-Krupp aus Dillenburg ein automatisches Kühlschmierstoffüberwachungssystem; drei Auszubildende der SMA Solar Technology AG aus Niestetal vergleichen bei einem Solarfahrzeug den Wirkungsgrad zwischen Radnaben- und Gleichstromantrieb.

Spitzenreiter unter den Teilnehmern am Landeswettbewerb ist der Physikclub aus Kassel mit vier Arbeiten, gefolgt vom Weird Science Club der Lichtenbergschule in Darmstadt mit drei Projekten. 19 der 33 Projekte stammen von Projekt- und Partnerschulen, an denen Merck den naturwissenschaftlichen Unterricht unterstützt.

Im Rahmen der Preisverleihung stiftet das Unternehmen zum zweiten Mal seit 2008 den Merck-Förderpreis, ein Stipendium für ehemalige Jungforscher. Der Preisträger erhält neben 1.000 Euro eine Einladung zum Auswahlverfahren für das „Student Excellence Program“ (STEP) bei Merck.

Zum Landeswettbewerb kommen Jungforscher aus folgenden Orten: Alzenau, Aschaffenburg, Asslar-Werdorf, Beerfelden, Beilstein, Bensheim, Bieber-gemünd/Bieber, Bürstadt, Darmstadt, Eppstein, Erbach, Frankfurt am Main, Friedberg, Fürth Erlenbach, Fürth-Lörzenbach, Güttersbach, Guxhagen, Haiger/Allendorf, Hanau, Heppenheim, Herborn-Seelbach, Hofheim, Kassel, Kaufungen, Lampertheim, Lohfelden, Marburg, Mühltal (Traisa), Neu-Anspach, Neunkirchen, Niedernberg, Niestetal, Oberscheld, Offenbach, Ortenberg, Reinheim, Seeheim-Jugenheim und Wolfhagen.

Für die Öffentlichkeit sind alle 33 Projekte am 19. März von 13:30 bis 14:45 Uhr in der Sporthalle von Merck, Frankfurter Straße 250, zu besichtigen. Die Sieger werden anschließend in einer Feierstunde um 15 Uhr bekannt gegeben.

Weitere Informationen zu den Projekten des Landeswettbewerbs und zu den Preisen gibt es im Internet unter der Adresse www.jugend-forscht.merck.de.

Quelle: Merck KGaA

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