Masken – Metamorphosen des Gesichts von Rodin bis Picasso


2. März 2009 - 08:19 | von | Kategorie: Ausstellung | Artikel drucken
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MaskeVom 8. März bis 7. Juni 2009 zeigt die Mathildenhöhe Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Pariser Musée d’Orsay und der NY Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen die Ausstellung „Masken. Metamorphosen des Gesichts von Rodin bis Picasso“. Die groß angelegte Themenausstellung rückt zum ersten Mal überhaupt die Maske als Gegenstand und Motiv der Kunst in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Bedeutende Leihgaben aus ganz Europa – allen voran Meisterwerke von Arnold Böcklin, Jean Carriès, Jean Cocteau, Paul Gauguin, Emil Nolde und Auguste Rodin – dokumentieren gemeinsam mit zahlreichen Neuentdeckungen im historischen Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe die Blütezeit der Maskenkunst zwischen 1860 und 1930 mit historischem Rückblicken bis hin zur Antike.

„Die Maske ist nicht nur seit Menschengedenken ein Faszinosum im Kult und Theater. Sie ist zugleich das Gründungselement moderner Skulptur bei Rodin sowie der Geburtshelfer moderner Malerei bei Picasso. Mit unserer Schau beleuchten wir nun erstmals dieses ebenso bedeutende wie spannende Kapitel der Kunst- und Kulturgeschichte“, so Dr. Ralf Beil, Direktor des Instituts Mathildenhöhe. Als Objekt der Verhüllung und Verwandlung des Gesichts spielt die Maske in nahezu allen Kulturen eine zentrale Rolle: in Riten, Brauchtum und Theater. Als Gegenstand der Kunst hingegen ist die Maske bislang kaum erforscht. Zweihundert Exponate aus allen Gattungen der Kunst lassen auf der Mathildenhöhe Darmstadt eine Galerie realer Porträtbilder sowie imaginärer Gesichter entstehen, die die Kühnheit der Inhalte sowie Form- und Materialexperimente des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vor Augen führt. Zentrale filmische Umsetzungen jener Jahre runden das faszinierende Panorama der Maskenkunst ab.

„Eine Maske verrät uns mehr als ein Gesicht.“ Oscar Wilde

Die Ausstellung „Masken. Metamorphosen des Gesichts von Rodin bis Picasso“ steht unter der Schirmherrschaft von Bernard de Montferrand, französischer Botschafter in Deutschland.

Die Themen der Ausstellung
Weil sie enthüllt, indem sie verbirgt, und verbirgt, indem sie sich zeigt, rührt die Maske an die Wurzeln des Menschlichen und des Lebens überhaupt. War sie in den Kulturen der Antike als Kultgegenstand sowie Theaterrequisit von zentraler Bedeutung, so erlebt die Maske seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa eine bemerkenswerte Renaissance: Ihre »beunruhigende Fremdartigkeit« wird als außergewöhnliche Bereicherung und ästhetische Erneuerung erfahren.

Die von Édouard Papet für Paris konzipierte und von Ralf Beil für die Mathildenhöhe Darmstadt nochmals erweiterte Ausstellung beleuchtet die bisher kaum untersuchte Begeisterung vieler Künstler um 1900 für die Metamorphosen des menschlichen Gesichts. Anhand der präsentierten Masken und ihren Wechselwirkungen in Skulptur, Malerei, Grafik, Film und Fotografie werden die Besonderheiten einer visuellen Grammatik aufgezeigt, die sowohl illusionistische Obsession als auch hypnotischen Symbolismus bis zum Äußersten treiben kann.

Um 1900 beflügelt die Maske mit ihrer Suggestivkraft, in der sich das ganze Individuum spiegelt oder gar neu erschafft, die Fantasie zahlreicher Bildhauer, Maler und Fotografen. Stets ist dabei die Erinnerung an ihre klassische Rolle lebendig, doch werden antike Archetypen wie das Gorgonenhaupt der Medusa oder christliche Topoi wie der abgeschlagene Kopf Johannes des Täufers zunehmend von zeitgenössischen Einflüssen etwa aus der japanischen Kunst verdrängt. Die Maske ist dabei untrennbar mit dem Prinzip der Fragmentierung verbunden, welches der Skulptur um die Jahrhundertwende wesentliche neue Impulse gibt. Der architektonische Jugendstildekor haucht dem alten Bauschmuck der Maskarons neues Leben ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich die so genannten primitiven Masken aus Afrika und Ozeanien außergewöhnlicher Beliebtheit erfreuen, schlägt darüber hinaus die künstlerische Auseinandersetzung mit der Maske nochmals eine ganz eigene, nun eminent moderne Richtung ein.

Ein umfängliches Rahmenprogramm erweitert und vertieft die Themen der Ausstellung. In Lesungen, Vorträgen, Workshops und Diskussionen wird das Thema der Maske sowohl als anthropologische Konstante wie auch in ihrer besonderen Bedeutung um 1900 ausgelotet. Filmvorführungen nähern sich der cineastischen Bearbeitung von Maskierungen und Maskeraden, für Familien und Kinder werden unter anderem spezielle Kinderführungen und Maskenworkshops angeboten. Das komplette und detaillierte Rahmenprogramm kann unter www.mathildenhoehe.eu eingesehen werden.

Quelle & Bild: Institut Mathildenhöhe

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