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Fraunhofer-Wasserzeichen im Museum


22. Januar 2009 - 14:33 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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Die Bildwasserzeichen des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie hängen bald im Museum. Zusammen mit der Künstlerin Cornelia Sollfrank haben Wissenschaftler aus Darmstadt Beiträge für die Ausstellung „Originale und andere Fälschungen“ hergestellt. Im Zentrum der Arbeiten steht die Frage nach den geistigen Eigentumsverhältnissen und der Beziehung zwischen Original und Reproduktion. In ihrer neuen Ausstellung verarbeitet die Künstlerin Werke aus Oldenburger Museen, darunter Originale von Horst Jansen ebenso wie Kopien vermeintlicher Rembrandt-Originale. Die digitalen Wasserzeichen des Fraunhofer SIT nutzt Sollfrank dazu, den Unterschied zwischen den digitalen Versionen von Kunstwerken sichtbar zu machen. Gleichzeitig erlaubt die Technik auch die Einbettung von Urheberrechtsvermerken. Zu sehen ist die Ausstellung vom 24. Januar bis zum 19. April im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg.

Cornelia Sollfrank zählt zu den Pionieren der Netzkunst und befasst sich seit langem mit den Auswirkungen der Informationstechnologie auf die klassische Kunst. Dabei thematisiert sie immer wieder Fragen der Autorschaft und Authentizität. Die Ausstellung in Oldenburg ist Teil von Sollfranks künstlerischer Doktorarbeit und eine Erweiterung ihres Projektes „MuseumShop“, in dem Sollfrank den Verwertungsprozess klassischer Kunstwerke in einem Online-Shop praktisch nachvollzieht.

„Mich interessieren besonders die Besitzverhältnisse von Bildern, die im öffentlichen Besitz sind“, sagt Sollfrank. Viele Museen versuchen, ihre Meisterwerke digital zu verwerten, doch wenn alte Bilder durch Museumsfotografen abgelichtet werden, kommt es zu ästhetischen und rechtlichen Veränderungen. Sollfrank: „Der erste Museumsdirektor hat mir zum Beispiel Rechte an digitalen Bildern abgetreten, die das Museum gar nicht hatte, weil sie beim Fotografen lagen.“

Bei ihren Recherchen stolperte Sollfrank auf der Internetseite des Fraunhofer SIT über ein kleines Digitalfoto. Dabei handelte es sich um ein Differenzbild, das zeigt, an welcher Stelle des Bildes das digitale Wasserzeichen das Original verändert hat. „Normalerweise sieht man diesen Unterschied nicht“, sagt Martin Steinebach, vom Fraunhofer SIT, der das Anwendungslabor des neuen CASED-Forschungszentrum in Darmstadt leitet. „Für die Internet-Illustration und die Ausstellung von Frau Sollfrank haben wir die Unterschiede aber besonders herausgearbeitet.“ „Dieses Differenzbild war genau das, was ich gesucht habe, weil es die Beziehung zwischen Original und Fälschung zeigt“, sagt Sollfrank, „etwas wofür es eigentlich keine optische Repräsentation gibt.“

Die Wasserzeichenbilder des Fraunhofer SIT bilden nur einen kleinen Teil der Ausstellung, in dem die Künstlerin ihre Recherche-Ergebnisse darstellt. Den Hauptteil bildet eine klassisch-museale Bild-Installation, die durch multimediale und juristische Elemente erweitert wird. Im Rahmen der Ausstellung informiert Fraunhofer-Forscher Martin Steinebach auch über digitale Wasserzeichen und deren Weiterentwicklung im Rahmen des neuen CASED-Zentrums. Sein Vortrag „Digitaler Originalitätsnachweis und Plagiarismus als Kunst“ findet am 26. Februar 2009 um 19 Uhr im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Katharinenstraße 23 in 26121 Oldenburg statt.

Quelle: Fraunhofer-Institut SIT

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